
Christa Spengler-Rast wurde
interviewt von Oliver Carlos Haas.
Das Lesen des Interviews
erfordert fünf Minuten Zeit. |
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Frau Spengler-Rast, ich bin im Internet auf Ihr Unternehmen gestoßen. Sie haben mich
neugierig gemacht! Mit welchen Dienstleistungen sprechen Sie Kunden an?
Mit drei Dienstleistungen: Unternehmensberatung, Supervision / Coaching und Training.
Warum gerade mit diesen drei Leistungen?
Alle drei Dienstleistungen sind zwar von der notwendigen Kompetenz her gesehen unabhängig
voneinander. In der Realität entsteht oft der Bedarf, diese drei Dienstleistungen zu verzahnen.
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Können Sie mir dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Ein Kunde beauftragt mich, ein Personalentwicklungskonzept auf der Basis der Ergebnisse
einer Mitarbeiterbefragung aufzubauen. Hier kommt sowohl meine Erfahrung als Unternehmensberaterin
als auch als Trainerin zum Tragen. Ich kenne nicht nur die aktuellen Trends am Trainingsmarkt sehr
gut, ich kann mich nach der Erstellung des Konzeptes auch in Teilbereichen als Trainerin anbieten.
Da ich das Unternehmen aus der Beratungsarbeit dann schon gut kenne, wirkt sich das auf die
Effektivität und Effizienz der Trainingsaufgabe aus. Sowohl bei der Konzepterstellung als auch
im Training kann sich ein Bedarf für eine Supervision oder ein Coaching, z.B. einer
Führungskraft ergeben. Meist werde ich nach Abschluss meiner Beratungsarbeit oder eines
Trainings direkt dazu angesprochen. Gerade bei Aufgaben, die dem Bereich des Change Managements
zuzuordnen sind, brauche ich das Know how aller drei Dienstleistungen.
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Ein prägnantes Erkennungsmerkmal ist Ihr Logo, mit dem Sie Ihre Unternehmensidentität
ausdücken. Farbe und Form haben mich sofort angesprochen! Bei Ihrem Logo denkt man automatisch
an Delphine. Ist das gewollt?
Ja, absolut! Sie gehören zu meinem beruflichen und persönlichen Leitmotiv und sind deshalb
im Logo verankert. Bei der Beobachtung des Verhaltens von Delphinen lassen sich leicht
Parallelen zu meiner beruflichen Welt erkennen und ableiten: Delphine sind Veränderungsmanager
und Bewahrer des Nützlichen zugleich. Sie vervielfachen elegant die verfügbaren Ressourcen,
spielen Winner-Strategien und können die richtige Zeit für den Durchbruch abwarten. Außerdem
verfügen über sie eine hohe soziale Intelligenz. Sie entscheiden selbständig und unabhängig,
jedoch ohne den Dialog und die Bindung zur Gruppe zu verlieren und Sie wissen, wann es Sinn
macht zu kämpfen.
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Jetzt haben Sie mich neugierig gemacht! Was drücken die Farben blau und orange
in Ihrem Logo aus?
Struktur und Energie sind gleichbedeutend für den Erfolg. Blau repräsentiert die Struktur,
orange die Energie. Auch die beiden Farben lassen sich mit dem Verhalten der Delphine in
Beziehung bringen: Kraft, Energie und Kreativität wird geschickt durch Struktur oder besser
gesagt strategisches Verhalten gelenkt. Da sind wir wieder bei meinen eingangs erwähnten drei Dienstleistungen: Unternehmensberatung,
Supervision / Coaching und Training gelingen am besten mit den Eigenschaften, die einem Delphin
zugeschrieben werden. Denn: Menschen, die in diesen Bereichen tätig sind, müssen mit einer
professionellen Ruhe und Gelassenheit unterschiedliche Blickwinkel auf Fragestellungen einnehmen
können. Die Führunglehre hat sich das Prinzip der Delphine übrigens auch schon zu eigen
gemacht!
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Sie haben ja den Zusatz: "Partner für Organisation und Personal". Ich kann mir gut
vorstellen, dass Sie auch netzwerkeln?
Ich bin zunächst Partner meiner Kunden und arbeite partnerschaftlich ihnen zusammen. Bin ich Teil einer Projektorganisation,
die auch andere externe Berater beinhalten kann, so füge ich mich in das Team ein.
Netzwerke sind Nutzwerke für mich, weil ich im Bedarfsfall entsprechende Kollegen mit "ins Boot"
kann oder diese mich für eine Aufgabe hinzuziehen.
Netzwerken ist gerade für Kleinstunternehmer wie ich es bin, eine gute Sache. Denn:
Es ist ein kollegialer Erfahrungsaustausch möglich und in meinem Fall sogar eine kollegiale
Supervision gegeben. Größere Projekte können effizient gemeinsam abgewickelt werden. Der Kunde
bekommt neben hoher Qualität, auch eine große Sicherheit in Bezug auf die Verfügbarkeit von
Ressourcen. Mein Netzwerken kann daher aus meiner Sicht auch als Ressourcenmanagement
bezeichnet werden.
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Was an Ihrem Ausbildungs- und Erfahrungshintergrund und welche Zusatzqualifikationen
sind besonders wichtig für Ihre angebotenen Leistungen?
Ich bin von meiner Ausbildung her Diplom-Kauffrau. Neben Wirtschaftswissen-schaften habe
ich im Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München auch einen Schwerpunkt
auf Organisations- und Marktpsychologie gelegt. Immer wieder haben sich betriebswirtschaftliche,
organisationspsychologische und soziale Themenstellungen in meiner beruflichen Laufbahn verzahnt.
Durch Zusatzqualifikationen in Transaktionsanalyse, NLP etc., aber auch in Bereichen der
Informationstechnologie habe ich mit entlang meiner beruflichen Herausforderungen weitergebildet.
Ich kann auf Grund meiner eigenen Erfahrungen daher sehr gut in die Arbeitswelt meiner
Kunden und Klienten einfinden.
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Können Sie mir für Sie wichtige Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn nennen?
Nach dem Studium habe ich zunächst in Forschungsprojekten gearbeitet. Hier ging es vor allem
um die Akzeptanz neuer Technologien am Arbeitsplatz. Kosten-/Nutzenanalysen waren genauso
angesagt wie Beanspruchungs- und Belastungstests. Den Geschmack an der Projektarbeit habe
ich mir gleich zu Berufsbeginn geholt und durch die vielen Jahre in der Unternehmensberatung
ist schon fast eine Leidenschaft für immer neue Aufgaben und Herausforderungen entstanden.
Einige Jahre war ich Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkt in der
Informationstechnologie. Dort habe ich umfassende Führungserfahrung gewonnen. 1997 habe ich
dann die "CSR" gegründet und die Entscheidung getroffen, eine Mikrounternehmerin zu werden.
Das heißt keine festen Mitarbeiter, aber umgeben sein von Netzwerk-Partnern.
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Sie wurden zweimal mit dem LIFO®-at-ist-Best-Award ausgezeichnet. Was reizt Sie daran,
sich neben Ihren unternehmerischen Aufgaben auch einem solchen Wettbewerb zu stellen?
Ein solcher Wettbewerb gibt mir die Gelegenheit, projektunabhängig und ohne Bezug zu kunden-
bzw. klientenbezogenen Themen Überlegungen anzustellen. Ich habe Spass daran, meine
Erfahrungen in einem globaleren Licht zu betrachten und damit Entwicklungen anzustossen
und Anregungen zu geben. Da es dabei auch noch etwas zu gewinnen gibt, erhöht den Spassfaktor!
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Ich habe gelesen, dass Sie auch Forschungsprojekte durchführen. Wie habe ich das zu verstehen,
hinter Ihrer Firma steckt doch kein Forschungsinstitut?
Nein, nicht direkt. In meiner beruflichen Vergangenheit habe ich allerdings schon öfters
Forschungsprojekte durchgeführt, weil innerhalb der Beratungsarbeit auch manchmal
Forschungsarbeit betrieben wird. In einem
dreijährigen Forschungsprojekt mit dem Titel "MikroTOP - "Mikrounternehmer als ein Modell für
die Dienstleistungsgesellschaft der Zukunft", habe ich im Auftrag des BMBF und dem Projektträger DLR
im Verbund mit Forschungsinstituten und anderen Mikrounternehmen Forschungsfragen bearbeitet.
Die Forschungsergebnisse kann ich sehr gut für die Weiterentwicklung meiner
Dienstleistungen verwenden. Diese Tätigkeiten sind daher vergleichbar mit einer
Produktentwicklung.
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Für welche Beratungsaufgaben und warum holt gerade Sie ein Kunde ins Haus?
Da ich einen eher heterogenen Erfahrungshintergrund für die Beratung mitbringe, ist das
Spektrum an Beratungsaufgaben, die ich erfüllen kann, relativ gross. Meist geht es um eher
innovative Projekte, die ich manage oder als Expertin begleite. Es kann sich um eine Neuorganisation
genauso handeln wie um den Aufbau und die Betreuung einer Ausschreibung. Ich denke, dass mich ein
Kunde sowohl wegen meiner umfangreichen Erfahrung zu sich holt wie auch wegen meiner Art, mit
Menschen umzugehen. Ich kann Begeisterung wecken und wirke integrativ, was sich besonders
bei Projekten, die schon eine eher erfolglose Zeit hinter sich haben, besonders auszeichnet.
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Lassen Sie uns nun einen Blick auf Ihre zweite Dienstleistung werfen!
Supervision / Coaching ist ein Prozeß, der sich meist an eine einzelne Personen richtet.
Was ist das Ziel einer Supervision, was das Ziel eines Coaching Prozesses?
Bei Ansätze lassen sich in der Realität oft nicht trennen. Es kommt darauf an, aus welchem
Beweggrund jemand einen Coach aufsucht und welche persönlichen Erlebnisse/Erfahrungen -
die vielleicht schon weit zurück liegen, jedoch noch immer in die Gegenwart hinein wirken -
offengelegt werden. Danach richtet sich der Anteil an Coaching und Supervision. Aber
verstehen Sie mich richtig, ich bin nicht befugt, psychotherapeutisch zu arbeiten.
Ich kann und muss erkennen, wann ein entsprechend ausgebildeter Kollege gebraucht wird.
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Was ist Ihr persönlicher Ansatz bei einem Coaching Prozeß?
Es ist eine Mischung aus Supervision und Coaching. Ich verstehe mich als systemischer
Prozessbegleiter und beziehe mich primär auf berufliche Themenstellungen.
Ich gehe ausschließlich lösungsorientiert vor! Mein umfassender und praktischer
betriebswirtschaftlicher, personal- und organisationstheoretischer Hintergrund kommt
dabei oft ebenfalls zum Tragen.
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Mit welchen unterschiedlichen Anliegen kommen Klienten zu Ihnen zur Supervision /
zum Coaching?
Es kann die Entscheidung für einen neuen Berufsweg, z.B. eine Existenzgründung,
sein, es können Differenzen mit dem Vorgesetzten sein oder auch ein burn out-Effekt
aufgetreten sein, den es gilt zu bearbeiten. Kritische Lebensereignisse führen ebenfalls
dazu, sich in eine Supervision zu begeben bzw. sich einem Coach anzuvertrauen.
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Inwiefern unterscheidet sich ein Training von einem Coaching?
Das Coaching ist meist auf eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe gerichtet
und deren meist aktuelle Anliegen. Im Training wird ein klar abgegrenzter inhaltlicher
Schwerpunkt bearbeitet. Meist mit acht bis 10 Teilnehmern. Der Lehrstoff wird durch
praxisbezogene Gruppenübungen und Rollenspiele für den Transfer in die tägliche Arbeit
und zur Sozialisation in das eigene Verhalten aufbereitet. Auf die unterschiedliche
persönliche Ausgangssituation der Teilnehmer kann während des Trainings zwar nur begrenzt
eingegangen werden. Allerdings ist es im Training möglich, durch das Verhalten der anderen
Teilnehmer Rückschlüsse auf das eigene Verhalten zu ziehen. Manches wird so einem
Teilnehmer erst deutlich und / oder möglich, es anzusprechen. Auf Grund der Erkenntnisse
über die eigene Person während eines Trainings, biete ich meist in den trainingsfreien
Zeiten ein Kurzcoaching an, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, Themen, die nicht
vor einer Gruppe geäußert werden wollen, mit mir zu besprechen.
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Wie gehen Sie bei einer Trainingsmaßnahme vor?
Zum größten Teil handelt es sich bei meinen Trainingsmaßnahmen um Inhouse-Trainings.
Die Personalabteilung oder die Personalentwicklung hat meist bereits eine bestimmte
inhaltliche Vorstellung davon, welche Ressourcen im Unternehmen weiterentwickelt werden
sollen. Ich erstelle ein konkretes Trainingskonzept, das auf die Besonderheiten des
Unternehmens eingeht. Manchmal hole ich mir unternehmenseigene Fallbeispiele hinzu,
z.B. Projektergebnisse, verändere und anonymisiere diese entsprechend und bereite sie
für Übungen und Rollenspiele auf. Das Konzept wird dem Kunden vorgestellt.
Ein für das Training passendes Ambiente - insbesondere Trainings-Ort und -Hotel -
wird ausgewählt. I.d.R. arbeite ich noch an der Auswahl und Einladung der
Teilnehmer mit. Die Trainigsteilnehmer selbst lerne ich meist erst am ersten
Trainingstag kennen. Dann sind die ersten Minuten entscheidend für
ein gutes Trainingsklima!
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Was schätzen die Teilnehmer besonders an Ihnen?
Ich kann Ihnen das wiedergeben, was oft als Zusatz in meiner Trainerbeurteilung
steht: mein Humor, mein Einfühlungsvermögen und meine Energie, die ich bei Bedarf
auch mal an meine Teilnehmer ausleihe, um ihnen die Kraft z.B. für das
Ausprobieren eines neuen Verhaltens, zu geben. Aber: Ich schließe einen
Vertrag mit meinen Teilnehmern: Meine Energie will ich wieder zurück haben
und das geschieht am besten durch einen Anruf oder eine Mail von ihnen,
wenn etwas auch in der realen beruflichen Umgebung gut geklappt hat!
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Danke, dass Sie sich soviel Zeit für die Beantwortung meiner Fragen genommen haben!
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